Dortmund, 11. Mai 2023. Im Lichthof des Baukunstarchiv NRW die Installation „SPHINX – 10 Regeln zur Baukunst“ eröffnet. Kuratiert von Prof. Christian Heuchel vom Kölner Büro O&O Baukunst, entstand ein temporäres Raumobjekt, das Ausstellung und architektonisches Statement zugleich ist.
Die „Sphinx“ – ein textil bespanntes, begehbares Bauwerk – versammelt zehn Thesen zur Baukunst. Der Titel ist dabei Programm: Rätselhaftigkeit wird nicht als Defizit verstanden, sondern als Qualität. Architektur, so die zugrunde liegende These, muss Fragen aufwerfen, um langfristig wirksam zu bleiben.
Zur Vernissage sprachen neben Christian Heuchel auch Wolfgang Sonne, wissenschaftlicher Leiter des Baukunstarchivs. Im Gespräch wurde Architektur als kulturelle Praxis verortet: zwischen Tradition und Innovation, zwischen gesellschaftlicher Verantwortung und gestalterischem Anspruch.
Die formulierten Regeln versteht Heuchel weniger als verbindliches Regelwerk denn als Denkangebot. Bereits das Einhalten einzelner Prinzipien könne als Ausgangspunkt für qualitätsvolle Architektur dienen. Gleichzeitig verweisen Aussagen wie „Nichts erfinden“ oder „Fremde Ideen weiterspinnen“ auf ein zentrales Verständnis: Architektur entwickelt sich aus dem Weiterdenken bestehender Ideen.
Die Ausstellung ist bis zum 25. Juni 2023 im Baukunstarchiv NRW zu sehen – als kompakter Beitrag zu einer grundlegenden Frage: Wie kann Architektur heute verantwortungsvoll und zugleich kulturell wirksam sein?