Wir freuen uns riesig: WEST:WALKS ist für den polis Award 2025 in der Kategorie KommunikativeStadtgestaltung nominiert! Eine Auszeichnung, die uns besonders viel bedeutet – denn genau darum geht es bei WEST:WALKS: Räume gemeinsam entdecken, über Gestaltung ins Gespräch kommen und Wandel im Dialog anstoßen. Die Spaziergänge machen baukulturelle Themen zugänglich, verbinden Fachwelt und Zivilgesellschaft, regen Diskussionen an und schaffen neue Allianzen – mitten im Alltag, quer durch Generationen, Milieus und Regionen.
Nominierung für den Polis-Award
Willst du mit mir gehen?
Mit dem Wunsch, die Stadt- und Dorfentwicklung als gemeinsame Aufgabe aller zu entdecken, ging 2024 das erste regionale Spaziergehfestival WEST:WALKS an den Start. In ganz Westfalen kamen Profis aus Architektur, Denkmal- und Heimatpflege, Stadt- und Landschaftsplanung, Wissenschaft, Design und Kultur mit Menschen aller Generationen zusammen, die wiederum ihr Wissen zur Nutzung des gebauten Raumes mitbrachten. Unterwegs hieß es: „Lass mal reden!“ So entstand ein Mix aus großer Lust am Fragenstellen, erhellenden Antworten und Aha-Momenten, die abstrakte Transformation-Themen greifbar machten. Das Projekt wird drei Jahre lang von der LWL-Kulturstiftung im Rahmen des Förderschwerpunktes „1250 Jahre Westfalen" gefördert.
Warum das alles?
Bewusste Selbstwirksamkeit in der Alltagswelt. Oder: Rund 50 % aller Bauentscheidungen werden privat gefällt. Der Verein WESTFALEN BAUEN KULTUR möchte die Menschen Westfalens mit den WEST:WALKS für eine höhere Qualität in der gebauten Umwelt begeistern. Das Festival setzt auf Dialoge und Hands-on-Wissensaustausch. Es schärft den Blick für den persönlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Wert guter Räume. Beim gemeinsamen Gehen werden viele Perspektiven sichtbar und verständlich gemacht, während unterschiedliche Bedürfnisse zur Sprache kommen und aufeinandertreffen. So entsteht eine lernende Community, die Augenhöhe lebt, neue Netzwerke bildet und die gebaute Umwelt durch Wertschätzung und achtsame Entscheidungen nachhaltig verbessert.
Was uns antreibt
Baukulturelle Bildung und baukulturelles Handeln sind Gemeinschaftsaufgaben. Partizipation ist daher unerlässlich, um langfristige Verantwortung für die gebaute Umwelt aufzubauen. Um Teilhabe von Anfang an zu leben, hat der Verein 2024 mit FUTURE:WEST die erste Umfrage zur Baukultur für die Zielgruppen Fachwelt, Nutzerschaft und Jugend entwickelt. Die wichtigste Erkenntnis aus den Antworten von mehr als 3.000 Teilnehmenden: Der Wunsch, miteinander ins Gespräch zu kommen, ist groß – doch es fehlen Begegnungsorte, -anlässe und finanzielle Mittel. Das Spaziergehfestival WEST:WALKS wurde entwickelt, weil es dezentral, asynchron und kostenfrei ist und in jedem Sozialraum andocken kann. Wir gehen weiter, um mit jedem Schritt mehr Menschen in Bewegung zu setzen - und um voneinander zu lernen.
Mit wem wir gehen
Kooperationen sind der Schlüssel für ein so ambitioniertes Projekt wie die WEST:WALKS. Enge Partnerschaften wurden mit regionalen Schlüsselinstitutionen wie der LWL-Kulturstiftung, der LWL-Denkmalpflege, dem BDA NRW, Baukultur NRW, der LAG Kunst & Medien, dem Westfälischen Heimatbund sowie lokalen Institutionen wie (Hoch-)Schulen, Museen und Heimatvereinen aufgebaut. Alle Kooperationspartner:innen trugen ihre eigenen WEST:WALKS bei und setzten den didaktischen Ansatz gezielt ein, um weitere Initiator:innen zu gewinnen. Das Projektteam förderte die Vernetzung aktiv durch direkte Ansprache sowie digitale Beratungs- und Vernetzungstreffen, wodurch bisher voneinander getrennte Netzwerke zusammengeführt und Zielgruppen erreicht wurden, die noch keine Berührung mit baukultureller Bildung hatten.
Was bleibt – und was entsteht
Planende, Forschende und Verantwortungstragende erkennen zunehmend, dass notwendige Veränderungen im Bausektor ohne gut informierte Einwohnende und politische Entscheidungstragende nicht gelingen. Eine zentrale Voraussetzung ist daher ein Austausch auf Augenhöhe, in dem alle Beteiligten gut ins Gespräch kommen können. Der Mehrwert der WEST:WALKS liegt daher nicht nur im Wissensaustausch, sondern auch in der Förderung einer breiten und tiefgehenden Auseinandersetzung mit den aktuellen Fragen und Herausforderungen unserer gebauten Umwelt. So werden nicht zuletzt auch der Wortschatz und die Ausdrucksfähigkeit aller Beteiligten vergrößert – eine wichtige Voraussetzung für eine emotionale Sensibilisierung, konstruktiven Austausch, neue Perspektiven und die Umsetzung notwendiger Veränderungen.
Was WEST:WALKS besonders macht
Die WEST:WALKS sind eine einzigartige, aktivierende baukulturelle Bildungskampagne. Als innovatives Format der aufsuchenden und angewandten baukulturellen Bildung ermöglichen die WEST:WALKS eine demokratische Auseinandersetzung, indem sie eine Vielzahl von Perspektiven zusammenführen. Besonders hervorzuheben ist, dass sie die Wahrnehmung der Alltagsarchitektur und die Verantwortung jedes Einzelnen in den Mittelpunkt stellen, um so ein besseres Verständnis für die vielfältigen Dimensionen unserer gebauten Umwelt zu fördern. Darüber hinaus sprechen die WEST:WALKS gezielt auch die Jugend an, insbesondere im Hinblick auf die Nachwuchsförderung im Handwerk und Planung. Sie bieten jungen Menschen ein Forum, ihre Perspektiven sichtbar und hörbar zu machen.