Fünf Dinge, die wir bei den WEST:WALKS 2024 gelernt haben

Unsere Erkenntnisse aus den WEST:WALKS lassen sich so zusammen­fassen: Gute Prozesse entstehen dort, wo Beteiligung ernst gemeint und Nachhaltigkeit mehr ist als ein Stichwort – und wo der ländliche Raum nicht als Rand, sondern als Resonanzraum gedacht wird. In den vergangenen Monaten haben wir viele Perspektiven eingenommen – als Zuhörende, Fragende und vor allem auch "Über-die-Schulter-Blickende". 

Westfalen. 3.11.2024 Was passiert, wenn wir mit offenen Augen, aufrichtiger Neugier und einem klaren Fokus auf nachhaltige Entwicklung durch unsere Städte und Dörfer spazieren? Unsere Erfahrungen aus den WEST:WALKS 2024 geben darauf eine inspirierende Antwort. Sie haben uns gelehrt, dass echte Veränderung dort entsteht, wo Beteiligung nicht nur ein Schlagwort ist, sondern als Grundhaltung verstanden wird – und wo Nachhaltigkeit weit mehr ist als ein Trend, sondern tief in den Prozessen verankert wird. Und vielleicht am wichtigsten: Der ländliche Raum, oft als Randgebiet betrachtet, hat sich als lebendiger Resonanz­raum herausgestellt, der Impulse für die gesamte Region geben kann.

Rund acht Wochen lang haben wir uns immer wieder in neue Perspektiven hineinversetzt – als Zuhörende, Fragende und vor allem als „Über-die-Schulter-Blickende“, um zu verstehen, wie Baukultur nicht nur geplant, sondern auch wirklich erlebt wird. Dabei haben wir viele wertvolle Einsichten gewonnen, die uns motivieren und gleichzeitig zum Nachdenken anregen. 

1. Beteiligung ist Dialog


Was wir bei den WEST:WALKS festgestellt haben, ist, dass echter Austausch immer dann gelingt, wenn er als lebendiger, respektvoller Dialog geführt wird. Es reicht nicht, die Menschen zu fragen – man muss ihnen wirklich zuhören, ihre Ideen und Bedürfnisse ernst nehmen und sie in den Prozess einbeziehen. So können Gespräche entstehen, die lange im Kopf bleiben.

2. Nachhaltigkeit braucht Praxis

Nachhaltigkeit ist kein Konzept, das in der Theorie hängen bleiben darf. Wir haben gelernt, dass es in den alltäglichen Prozessen verankert sein muss – in den Materialien, die wir wählen, in der Art und Weise, wie wir bauen, aber auch in den Dialogen, die wir führen. Wenn Nachhaltigkeit in den Herzen der Menschen verankert ist, wird sie zur treibenden Kraft für Veränderung.

3. Dorfleben kann Raumlabor sein

Oft als Randgebiet wahrgenommen, hat der ländliche Raum uns eines Besseren belehrt. In den Dörfern und kleineren Städten haben wir die Offenheit und den Raum gefunden, um neue Ideen zu entwickeln und auszuprobieren. Der ländliche Raum ist mehr als nur ein „Vorort“ – er ist ein Resonanzraum, in dem innovative Konzepte entstehen und sich entfalten können.

4. Architektur bewegt

Was uns besonders berührt hat, ist die Erkenntnis, dass Architektur mehr ist als nur Funktion und Form. Im Gehen wird sie zum Erlebnis, das die Menschen bewegt und sie in ihrer Wahrnehmung der Welt verändert. Bei den WEST:WALKS wurde uns klar, wie wichtig es ist, Räume zu schaffen, die nicht nur ästhetisch ansprechend sind, sondern auch emotional eine Verbindung zu den Menschen herstellen.

5. Baukultur verbindet Generationen

Die Gespräche, die zwischen Fachleuten, Jugendlichen und älteren Generationen entstanden sind, haben uns gezeigt, wie wertvoll der Austausch zwischen den Generationen ist. Es geht nicht nur darum, Wissen weiterzugeben, sondern auch darum, voneinander zu lernen und gemeinsam eine lebenswerte Zukunft zu gestalten.