Ein Dorf, eine Kirche, tausend Jahre Geschichte

Stiepel und seine Landschaft – Bochums grüne Seite

Stiepel, 5. Oktober 2024. Stiepel liegt im Süden Bochums und grenzt direkt an die Ruhr. Mit einer Fläche von 12,46 Quadratkilometern und deutlichen Höhenunterschieden – von 70 Metern an der Ruhr bis zu 196 Metern am höchsten Punkt – ist der Stadtteil von einer abwechslungsreichen Topografie geprägt. Die Dorfkirche selbst erhebt sich auf etwa 110 Metern über dem Meeresspiegel.

Natur zwischen Ruhr und Kemnader See Die Landschaft rund um Stiepel bietet ein Nebeneinander von Flussauen, Wäldern und Feldern. Bäche wie der Voßkuhlbach durchziehen die Wiesen, entlang der Ruhr lockt der Leinpfad Spaziergänger und Radfahrer. In direkter Nähe liegt der Kemnader See, eines der beliebtesten Naherholungsgebiete im Ruhrgebiet.

Wandern, Radeln, Entdecken Zahlreiche Wege erschließen die Gegend: von der Stiepel-Rundwanderung über 12 Kilometer bis hin zum Bergbauwanderweg Bochum-Süd, der Natur mit Industriegeschichte verbindet. Hier stößt man auf Spuren alter Zechen ebenso wie auf stille Waldstücke. Für Radfahrer bietet sich der Ruhrtal-Radweg an, der in Stiepel besonders idyllische Abschnitte hat.

Ruhrromantik mit Geschichte Die Landschaft um Stiepel erzählt nicht nur von Natur, sondern auch von Wandel. Landwirtschaft, Bergbau und Erholung liegen hier eng beieinander. Wer heute durch die Wälder streift oder am Ruhrufer entlanggeht, entdeckt Bochums grüne Seite – und zugleich ein Stück regionale Kulturgeschichte.

Wer mit Bernd Jeucken rund um die Stiepeler Dorfkirche spaziert, taucht ein in ein Stück lebendige Baukultur Bochums.
Wer mit Bernd Jeucken rund um die Stiepeler Dorfkirche spaziert, taucht ein in ein Stück lebendige Baukultur Bochums.
Zwischen Feldern und kleinen Wäldern entfaltet sich ein Erzählraum, der von Jahrhunderten lokaler Geschichte spricht.
Zwischen Feldern und kleinen Wäldern entfaltet sich ein Erzählraum, der von Jahrhunderten lokaler Geschichte spricht.
Die Architektur prägt nicht nur das Ortsbild, sondern auch das Miteinander der Menschen.
Die Architektur prägt nicht nur das Ortsbild, sondern auch das Miteinander der Menschen.
Ganz herzlichen Dank an Bernd Jeucken für den so abwechslungsreichen Walk durch Bochums Geschichte.
Ganz herzlichen Dank an Bernd Jeucken für den so abwechslungsreichen Walk durch Bochums Geschichte.
In direkter Nähe liegt der Kemnader See.
In direkter Nähe liegt der Kemnader See.
Die Landschaft um Stiepel erzählt nicht nur von Natur, sondern auch von Wandel.
Die Landschaft um Stiepel erzählt nicht nur von Natur, sondern auch von Wandel.
Die Landschaft rund um Stiepel bietet ein Nebeneinander von Flussauen, Wäldern und Feldern.
Die Landschaft rund um Stiepel bietet ein Nebeneinander von Flussauen, Wäldern und Feldern.

Eine Kirche mit tausendjähriger Geschichte

Die Dorfkirche Stiepel ist das älteste erhaltene Gebäude Bochums. Ihre Ursprünge reichen zurück ins Jahr 1008, als sie zunächst als kleine Saalkirche entstand. Zwischen 1130 und 1170 wurde sie auf ihren Fundamenten zu einer romanischen Basilika erweitert. Später, im 15. Jahrhundert, folgte der Umbau zur spätgotischen Hallenkirche – mit erhöhtem Turm, erweitertem Chor und charakteristischem Fachwerkgiebel.

Kunstwerke unter Putz Besonders eindrucksvoll sind die Wand- und Deckenmalereien, die das Innere der Kirche schmücken. Über Jahrhunderte waren sie übertüncht und kamen erst 1952 wieder ans Licht. Sie zeigen Szenen wie die Flucht nach Ägypten, die Paradiesströme, Kain und Abel oder den heiligen Georg im Drachenkampf. Restaurierungen in den letzten Jahrzehnten haben diese Kunstschätze dauerhaft gesichert.

Evangelisch seit der Reformation Seit rund 1610 ist die Stiepeler Dorfkirche evangelisch. Sie ist nicht nur geistliches Zentrum, sondern auch kultureller Ort. Führungen, Konzerte und Vorträge machen sie zu einem lebendigen Denkmal. Mit der „Offenen Dorfkirche“ steht sie regelmäßig Besucherinnen und Besuchern offen – ein Angebot, das sich großer Beliebtheit erfreut.

Ein Ort der Erinnerung Auch der historische Kirchhof lädt zum Innehalten ein. Alte Grabsteine aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Mauerreste und ein Torhaus zeugen von der langen Geschichte dieses Ortes. Wer hier verweilt, spürt die enge Verbindung zwischen Architektur, Glauben und Erinnerungskultur.