Wer gestaltet das Rückgrat unserer Räume?
19. und 20. Juni 2025, Potsdam. Wie lässt sich baukulturelles Engagement stärken – lokal, regional, bundesweit? Welche Strukturen braucht es, damit gute Projekte nicht nur sichtbar, sondern auch tragfähig werden? Und wie können wir als Initiativen voneinander lernen und gemeinsam mehr erreichen? Im Juni 2024 war WESTFALEN BAUT KULTUR Teil des Marktplatzes der Initiativen, einer bundesweiten Austauschplattform, organisiert von der Bundesstiftung Baukultur und ihrem Förderverein. Im Zentrum stand die Frage, wie wir Baukultur als Gemeinschaftsaufgabe in die Breite bringen – und dabei auch langfristig handlungsfähig bleiben.
Fünf Impulse aus dem Austausch
Was uns besonders beschäftigt hat, waren diese fünf Handlungsfelder, die im Rahmen des Treffens formuliert wurden – und die wir aus eigener Erfahrung sehr gut nachvollziehen können:
- Engagement verstetigen Baukulturelle Arbeit lebt von kontinuierlichem Einsatz – oft ehrenamtlich, oft nebenbei. Umso wichtiger ist es, Strukturen zu schaffen, die Austausch und Zusammenarbeit langfristig ermöglichen. Der Vorschlag: den Marktplatz der Initiativen alle zwei Jahre beim Konvent der Baukultur in Potsdam zu verankern und zusätzlich regionale Treffen mit Bundesstiftungsunterstützung zu fördern.
- Sichtbarkeit erhöhen Die digitale Plattform der Bundesstiftung wird zur zentralen Anlaufstelle für alle Baukulturinitiativen in Deutschland. Auch WESTFALEN BAUT KULTUR ist dort gelistet. Eine wachsende Datenbank soll künftig nicht nur informieren, sondern auch Vernetzung erleichtern.
- Beratung und Know-how teilen Ob Kommunikationsstrategie oder Förderantrag – viele Initiativen wünschen sich praxisnahe Unterstützung. Auch wir merken: Zwischen Projektidee und Umsetzung liegen oft große Hürden. Konkrete Beratungsangebote zu Finanzierung, Öffentlichkeitsarbeit oder Organisationsentwicklung wären hier ein Gewinn.
- Baukultur in die Fläche bringen Baukultur betrifft alle – nicht nur Fachleute. Damit das Thema in Politik und Gesellschaft ankommt, braucht es gezielte Dialogformate vor Ort: mit Bürgermeister:innen, Verwaltungsakteur:innen, engagierten Vereinen, Unternehmen und Ehrenamtlichen. Für uns ein zentraler Bestandteil unserer Arbeit in Westfalen.
- Engagement strukturell stärken Viele Initiativen stemmen ihr Programm ohne feste Strukturen. Eine koordinierende Stelle – etwa in der Kommune oder bei den Kammern – könnte hier wesentlich entlasten. Langfristig braucht es institutionelle Verantwortung für baukulturelle Bildungs- und Beteiligungsarbeit.
Unser Fazit: Der Marktplatz der Initiativen war nicht nur ein inspirierendes Netzwerktreffen, sondern ein klares Signal: Baukultur braucht Räume zum Austausch, verlässliche Strukturen – und Menschen, die bereit sind, gemeinsam etwas zu bewegen. Wir sind gern Teil dieses Prozesses und bringen unsere Erfahrungen aus Westfalen weiter ein.