Beteiligung ist mehr als nur eine Einladung. Sie beginnt viel früher: mit der Frage, wer überhaupt gemeint und angesprochen wird. Beim WEST:WALK wird diese Frage nicht theoretisch diskutiert, sondern praktisch gestellt – auf der Straße, im Viertel, an der Kreuzung zwischen Alltag und Architektur. Schnell wird klar: Es reicht nicht, Veranstaltungen anzubieten. Es braucht Zeit, Vertrauen und manchmal neue Wege, um auch die Menschen zu erreichen, die nicht ohnehin schon gehört werden.
Westfalen. 27.09.2024 Beteiligung beginnt, wenn die Formate die Lebensrealitäten der Menschen berücksichtigen. Sie entsteht, wenn Gespräche nicht voraussetzen, dass alle schon „expertenfähig“ sind. Sie wächst, wenn man dort hingeht, wo Menschen ohnehin sind – in Schulen, auf Plätzen, in Vereinen. Der Spaziergang wird dabei selbst zum Symbol: Er zwingt nicht, er lädt ein.
Er folgt nicht nur geplanten Routen, sondern auch zufälligen Begegnungen. Und er macht die Stadt nicht zu einem Studienobjekt, sondern zu einem gemeinsam erlebten Raum.
Gerade für Gruppen, die sich in klassischen Beteiligungsformaten oft ausgeschlossen fühlen – Menschen ohne akademischen Hintergrund, Jugendliche, Senior:innen, Menschen mit Migrationserfahrung –, schaffen WEST:WALKS niedrigschwellige, offene Anlässe zur Teilhabe. Denn das gemeinsame Gehen macht Baukultur sichtbar und verhandelbar für alle – nicht als elitäres Thema für Menschen mit Expertise, sondern als gemeinsames Interesse:
- Wie wollen wir leben?
- Welche Räume brauchen wir?
- Wem gehört die Stadt?
WEST:WALKS bereiten den Weg zur niedrigschwelligen Bürgerbeteiligung: Sie bauen auf die Idee der repräsentativen Stimme durch die Praxis des gemeinsamen Gehens, Sehens und Fragens. Dabei zeigt sich immer wieder, dass Beteiligung nicht mit einer perfekten Antwort beginnt – sondern mit dem ersten Schritt, gemeinsam unterwegs zu sein.
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Der Erklärfilm «Baukultur betrifft uns alle» von Archijeunes hat das Ziel, den Begriff Baukultur für alle greifbar zu machen und die Dringlichkeit und Relevanz der baukulturellen Bildung für unsere Gesellschaft aufzuzeigen. Er soll möglichst viel Verbreitung finden und kann zum Beispiel im Unterricht und in der baukulturellen Bildung eingesetzt werden.