Rechtsgeschichte erleben im Alten Patrimonial­gericht Fürstenberg

Fürstenberg. Wer sich auf diesen WEST:WALK einließ, betrat einen geschichtsträchtigen Ort und tauchte ein in ein Kapitel der westfälischen Gerichtsbarkeit, das gleichermaßen faszinierte wie nachdenklich machte. Der Spaziergang führte um das Alte Patrimonial­gericht in Fürstenberg herum und mitten hinein. Hier wurde Recht gesprochen, verwaltet, dokumentiert, inhaftiert. Kurz: Hier wurden Schicksale entschieden.

Mit großer Sachkenntnis, einer Prise Humor und spürbarer Verbundenheit zur Geschichte führte Antonius Monkos, Geschäftsführer der Historisches Fürstenberg gGmbH, durch das Gelände, das Gebäude und die Geschichten. Der barocke Bruchsteinbau von 1736 – mit seiner imposanten Freitreppe, den erhaltenen Gefängniszellen und der einstigen Richterstube – zur Bühne für eine dichte, atmosphärische Zeitreise. Alte Karten, Gerichtsdokumente und ein Blick in die originale Kellerhaft ließen die Epoche greifbar werden. Besonders eindrücklich: der inszenierte Aufstieg vom Felsboden der Zellen zur Gerichtsstube – ein symbol­trächtiger Weg, der Machtverhältnisse auch architektonisch spiegelt.

Infos zum Gerichtsgebäude inklusive Lageplan: teutonavigator.de 

Mehr erfahren: Das Fürstenberger Gerichtsgebäude des Grafen Westphalen wurde 1736 erbaut. Das Alte Patrimonialgericht Fürstenberg repräsentiert die vom Mittelalter bis ins frühere 20. Jahrhundert geltenden Zivil- und Kriminalgerichtsbarkeit des Paderborner Landes. Auch außerhalb offizieller Führungen lässt sich der Ort über QR-Codes und eine Audiotour erschließen. Das Projekt »Denkmale erzählen ihre Geschichte« hat zahlreiche Denkmalorte unterstützt, ihre Geschichte(n) zu erzählen.